Festplatten – 10 goldene Regeln zur Datenrettung

1.Bei klackernden Festplatten nicht selbst auf Fehlersuche gehen

 

Das Klackern bedeutet bei einer Festplatte, dass sich der Schreib-Lesekopf nicht auf der Spur positionieren kann und daher zurückfährt, um es erneut zu versuchen. Kaputte Köpfe, eine beschädigte Spur oder Microcode-Fehler können die Ursache dafür sein. Wenn die Festplatte klackert, dann machen Sie bitte nichts mehr selbst daran! Denn falls ein Problem mit dem Lesekopf vorliegt, könnte dieser beim weiteren Betrieb oder einem eigenem Reparaturversuch noch weiteren Schaden anrichten. Die Fehlerbehebung solcher Festplatten überlassen Sie besser einem erfahrenen Unternehmen, das sich auf Datenrettung spezialisiert hat.

2. Bei Erkennungsproblemen andere Festplatten testen

 

Wird die Festplatte im BIOS nicht mehr erkannt, probieren Sie eine andere funktionierende Festplatte am gleichen Rechner. Wenn die andere erkannt wird, ist davon auszugehen, dass der Rechner korrekt funktioniert und die Festplatte defekt ist. Wenn dies der Fall ist oder die Festplatte gar nicht mehr anläuft, hilft hier oft ein Austausch der Elektronikbaugruppe, wobei nicht jede (auch baugleiche) Elektronikbaugruppe hierbei eingesetzt werden kann.

3. Von defekten Festplatten nicht mehr booten

 

Booten Sie nicht mehr von der fehlerhaften Festplatte und schließen Sie es auch nicht mehr an ein Windows System an. Zum Testen schließen Sie die beschädigte Festplatte immer als zweite Festplatte an. Sollten Sie das System versehentlich nochmal booten, dann stellen Sie sicher, dass kein checkdisk mehr ausgeführt wird, indem Sie diesen durch Drücken einer Taste während der Systemstartmeldung zur Dateiüberprüfung überspringen. Auch das Tool chkntfs /x C: (C= betroffenes Laufwerk) können Sie ausführen, um zu verhindern, dass checkdisk dieses Laufwerk beim nächsten Systemstart auf Fehler untersucht (/x == exclude also ausschließen).

4. Sichern Sie den aktuellen Stand der Festplatte

 

Kopieren Sie die Festplatte ohne Veränderungen, indem Sie ein Festplattenimage erstellen. So ist die Festplatte mit diesem Defektzustand sichergestellt. Bei physikalisch beschädigten Datenträgern mit Lesefehlern sollten Sie diese fehlerhaften Positionen aufschreiben. Wenn Sie eine – auch ältere – Kopie eines Datenträgers haben, können wir mit unseren Spezialprogrammen eine Datenwiederherstellung mit extrem hoher Erfolgsaussicht durchführen.

5. Nicht die Festplatte selbst sondern ein Image für Tests verwenden

 

Das gesicherte Image können Sie auf eine neue Festplatte kopieren. Jetzt haben Sie eine exakte Kopie, mit welcher Sie Tests und Fehleranalysen durchführen können, ohne dass die defekte Festplatte selbst mögliche weitere Schäden davontragen kann. Oftmals genügt es, bei Windows eine Überprüfung durchzuführen, um die Probleme am Dateisystem finden und zu beheben. Aber wie gesagt: Führen Sie dies nur auf dem kopierten Datenträger durch.

6. Öffnen Sie die Festplatte nicht

 

In jeder Festplatte steckt ein Steuerungsprogramm, das von Modell zu Modell unterschiedlich ist. Die inneren Teile einer Fesplatte sind zwar einfach, aber extrem präzise aufeinander abgestimmt. Sie sind elektrostatisch sehr empfindlich. Um im Inneren etwas zu reparieren, wird viel Erfahrung sowie Spezialwerkzeug benötigt. Bei einigen Festplattenmodellen sind die Köpfe zusätzlich am Gehäusedeckel befestigt. Nach dem Öffnen geht die ursprüngliche Position verloren. Geöffnete und manipulierte Festplatten können Diagnostik und die eigentliche Datenrettung sehr erschweren.

7. Ein Elektronikwechsel hilft nicht immer

 

Ein einfacher Wechsel des Controllers (Elektronikwechsel) ist schon fast ein Glücksspiel, das je nach Festplattenmodell unterschiedliche Chancen hat. Der Datenträger – besonders bei den neueren Modellen – läuft zwar an, der Zugang zu den Dateien bleibt jedoch blockiert. Der Trend geht in die Richtung, dass der Controller immer mehr individuelle Parameter der Festplatte speichert. Der verbreitete Ratschlag, dass man bei der Suche nach einer baulich identischen Festplatte auf den gleichen Monat achten soll, konnte nicht bestätigt werden. Die äußerlich gleich konstruierten Festplatten vom gleichen Monat können sogar einen anderen Chipsatz, eine andere Kopfanzahl und weitere bauliche Unterschiede haben.

8. Datenrettungstools separat installieren

 

Die Softwareprogramme zur Wiederherstellung von Daten kopieren und installieren Sie am besten auf einen separaten Datenträger, niemals auf der schadhaften Festplatte oder der sichergestellten Kopie.

9. Physikalische Defekte mit Festplatteneditor untersuchen

 

Bei physikalischen Lesefehlern sollten diese fehlerhaften Stellen mit einem Festplatteneditor untersucht werden. Besonders die Tools sind dafür geeignet, die auch unter DOS laufen, da DOS im Gegensatz zu Windows nicht versucht, Daten auf die Festplatte zu schreiben. Wir nutzen hierfür unsere eigenen Spezialprogramme. Oft genügt es auch, diese Sektoren mit bestimmten Werten zu füllen. Dies erfordert aber extrem viel Erfahrung und bedarf hoher Kenntnis vom Aufbau von Dateisystemen.

10. Das Modell der Festplatte genau kennen

 

Bei Festplatten gibt es nur wenige verbindliche Standards, zu denen die Abmessungen, die Stromversorgung und das Interface (Stecker, SATA, USB, Befehlssatz etc.) gehören. Alle anderen Entscheidungen rund um Aufbau und Spezifikationen der Festplatte liegen beim Hersteller. Die Lösungen von bei Problemen mit der Hardware der Festplatte sind in der Regel sehr stark vom Modell abhängig. Ratschläge aus einer Internet-Community oder von einem Technik-Profi, der sich für das Festplattenmodell gar nicht interessieret, sollten Sie mit Vorsicht genießen.